Stoffwechselprofl 2 - BIO-LABOR Fachinformation 02.2003

Sehr verehrte Damen, sehr geehrte Herren,

mit dem letzten Mailing habe ich das Profil 5 (Erweiterte Basisuntersuchung) vorgestellt. In dem heutigen Rundschreiben geht es um das Profil 2 (Kleiner Immunstatus). 

Im Vergleich zum Profil 5 enthält das Profil 2 zusätzlich folgende Parameter:

Dadurch ist das Profil 2 zu einem Immun-Profil, Allergie-Profil und Schilddrüsen-Profil geworden und gehört damit zu den am häufigsten angeforderten Laboruntersuchungen unserer Kundschaft.

Im Zusammenhang mit den anderen Werten des Profils haben die Immunglobuline eine erhebliche differentialdiagnostische Bedeutung.

So ist das Immunglobulin G z. B. erhöht bei chronischen Infektionen und bei Hepatopathien, insbesondere bei der chronischen aggressiven Hepatitis und bei der Leberzirrhose, reduziert beim nephrotischen Syndrom, Proteinverlust-Zuständen, Antikörpermangel-Syndrom und Immunsuppression.

Das Immunglobulin A ist z. B. erhöht bei chronischen Infektionen insbesondere der Schleimhäute und bei toxischer Leberschädigung, reduziert bei Infektionen des Respirations- und Verdauungstraktes, Antikörpermangel-Syndrom, chronisch-lymphatischer Leukämie und Immunsuppression.

Das Immunglobulin M ist z. B. erhöht bei akuten Infektionen, akutem Schub einer chronischen Entzündung und bei primär biliärer Zirrhose und akuter Hepatitis, reduziert bei chronisch-lymphatischer Leukämie und Immunsuppression.

Das Immunglobulin E ist z. B. erhöht bei atopischer Allergie, parasitärer Infektion, Ekzemen, bronchopulmonaler Aspergillose, M. Hodgkin, AIDS, schweren Lebererkrankungen und Mukoviszidose.

FT3 (Freies Trijodthyronin), FT4 (Freies Thyroxin) und TSH (Thyreoideastimulierendes Hormon) sind die Hauptinstrumente zur Ermittlung von Hyperthyreose, Hypothyreose, Jodmangelsyndrom etc.

Auch bei dem Profil 2 ist bei bestimmten Verdachtsmomenten die zusätzliche Analyse ausgewählter Parameter sinnvoll.

Bei Verdacht auf cancerogene Prozesse sind entsprechende Tumormarker, bei Verdacht auf hormonelle Dysregulationen sind entsprechende Hormonwerte unerlässlich!

So können die im Profil 2 enthaltenen Schilddrüsenwerte lediglich eine Über- oder Unterfunktion ausschließen. Bei Verdacht auf proliferative Prozesse der Schilddrüse ist die zusätzliche Bestimmung des Thyreoglobulin notwendig; bei Verdacht auf entzündliche Prozesse der Schilddrüse (Hashimoto-Thyreoiditis, M. Basedow) müssen die Thyreoidea-Peroxidase-Auto-AK (früher: Mikrosomale Antikörper) mitbestimmt werden.

Das Profil 2 ist immer dann angezeigt, wenn aufgrund der Anamnese und sonstiger Verdachtsmomente nicht nur organische Ursachen sondern auch immunologische, infektiöse und thyreoidale Belastungen zumindest mitverursachend für die Befindlichkeitsstörungen sein können.

Es gilt der Grundsatz: Je unklarer die Anamnese, desto umfassender die Diagnose!

Mit kollegialen Grüßen
Manfred Tuppek
Leiter der med. wiss. Abteilung
BIO-LABOR Hemer