Stoffwechselprofile 7 und 8 - BIO-LABOR Fachinformation 03.2003

Sehr verehrte Damen, sehr geehrte Herren,

in diesem Schreiben möchte ich auf die Profile 7 und 8 (Frauenprofil und Männerprofil) eingehen.

Das Profil 7 (Frauenprofil) ist das Profil 1 (Basisuntersuchung), erweitert um die Hormone LH (Luteinisierendes Hormon), FSH (Follikel stimulierendes Hormon) und Östradiol (Ovarielles Östrogen), die Schilddrüsenwerte FT4 (Freies Thyroxin) und TSH (Thyreoideastimulierendes Hormon), das Immunglobulin E sowie die Tumormarker CEA und CA 15-3. Damit sind mit diesem Profil Aussagen zur Ovarialfunktion und zu klimakterischen und hypophysären Problemen möglich. FT4 und TSH sind das Hauptinstrument zur Ermittlung einer Hyper- oder Hypothyreose. Die Tumormarker CEA und CA 15-3 sind das Tumormarker-Profil für das Mamma-Ca.

Natürlich sind bei bestimmten Verdachtsmomenten zur Verbesserung der therapeutischen Konsequenz im Einzelfall Erweiterungen sinnvoll (zusätzlich auf der ersten Innenseite des Untersuchungszettels ankreuzen!).
Hierzu einige Beispiele:
Bei vermindertem FSH - zum Ausschluss einer Hyperprolaktinämie - das Prolaktin und das Homocystein. Bei einer unklaren Ovarialinsuffizienz das Testosteron. Bei Verdacht auf entzündliche Prozesse der Schilddrüse (Autoimmunthyreopathie) die Thyreoidea-Peroxidase-Auto-AK, bei Verdacht auf proliferative Prozesse der Schilddrüse das Thyreoglobulin, bei Verdacht auf proliferative Prozesse im gynäkologischen Bereich auch die Tumormarker CA 125 und beta-HCG usw.

Das Profil 8 (Männerprofil) ist das Profil 1 (Basisuntersuchung), erweitert um die Hormone DHEA-S (Dehydroepiandrosteron-Sulfat) und Testosteron, die Schilddrüsenwerte FT4 und TSH, das Immunglobulin E sowie die Tumormarker CEA und PSA (Prostata-spezifisches Antigen). Zusätzlich zu den vorstehenden Aussagen zum Schilddrüsengeschehen sind Aussagen zur Nebennierenrindenfunktion und zu androgenitalen Erkrankungen möglich.

Auch hier sind bei bestimmten Verdachtsmomenten im Einzelfall Erweiterungen sinnvoll. Insbesondere bei Verdacht auf proliferative Prozesse im Abdominalbereich geben die Tumormarker CA 19-9 und CA 72-4, im Lungen-/Bronchialbereich die Tumormarker NSE und SCC zusätzliche Sicherheit.

Bei älteren Patienten mit Verdacht auf Durchblutungsstörungen empfehle ich bei beiden Profilen eine Erweiterung um die Gesamt-Lipide, das LDL- und das HDL-Cholesterin, ggf. auch um das Homocystein. Eine Komplettierung des Mineralstoffwechsels um die Mineralien Kupfer und Magnesium könnte sinnvoll sein. Bei entzündlichen bzw. rheumatischen Prozessen ist eine Erweiterung um die Werte CRP, ASL und ggf. RF-Test sinnvoll.

Zum Schluss noch zwei wichtige Informationen:

Änderung im Tumormarker-Profil 2 (TM2)

Nachdem der Parameter MCA nicht mehr verfügbar ist, wird nun auch der TAG 12 nicht mehr angeboten. Die Reagenzienhersteller verzichten aus Kostengründen bei Parametern, die nur selten angefordert werden, auf die sehr teure aber notwendige Zertifizierung und nehmen sie stattdessen aus dem Programm. Hier gibt es Parallelen zu den Arzneimitteln - leider! Wir beschränken uns daher beim TM2 zukünftig auf die Werte CEA und CA 15-3.

Blutanalysen bei gesetzlich krankenversicherten Patienten

Stichwort „Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen“: Dieses Thema ist in allen Medien so ausführlich behandelt worden, dass es kaum einen Patienten gibt, der nicht sofort Bescheid weiß, wenn wir ihn auf die Budgetierungen hinweisen, denen der Hausarzt unterworfen ist. Der Arzt des gesetzlich Versicherten hat keine Möglichkeiten, eine umfangreiche Blutuntersuchung durchzuführen. Hier liegt die Chance des Heilpraktikers, die Argumente sind einleuchtend:

„Bei mir bekommen Sie eine Blutuntersuchung, die sich in Umfang und Auswahl der Laborparameter erheblich von den Untersuchungen Ihres Arztes unterscheidet!“

„Bei mir bekommen Sie eine Blutuntersuchung, die nicht nur Symptome bestätigt, sondern die den Ursachen Ihrer Beschwerden auf den Grund geht und eine zielgerichtete und kostenoptimale biologische Therapie erst möglich macht!“

Ich führe grundsätzlich, ohne Ausnahme, bei jedem Erstpatienten eine Blutuntersuchung durch, und zwar zu meiner und des Patienten Sicherheit, damit auch versteckte Ursachen der Erkrankung erkannt werden, und um nicht unnötiges Lehrgeld für nicht zielgerichtete und damit wirkungslose Therapien zu bezahlen.

Das Erstuntersuchungs-Screening besteht in meiner Praxis je nach zugrunde liegender Verdachtssymptomatik bzw. erwarteter therapeutischer Konsequenz wahlweise aus folgenden Profilen:

Es gilt der Grundsatz: Je unklarer die Anamnese, desto umfassender die Diagnose!

Mit kollegialen Grüßen
Manfred Tuppek
Leiter der med. wiss. Abteilung
BIO-LABOR Hemer