Leber- und Nierenerkrankungen - BIO-LABOR Fachinformation 02.2004

In den folgenden fünf Rundschreiben möchte ich Ihnen die Notwendigkeit der Labordiagnostik im Hinblick auf den Erfolg bewährter Therapieformen darlegen. Das bereits unseren Workshops vorangestellte Stichwort lautet auch hier: "Therapeutische Konsequenz". Im Vordergrund steht die Therapie und der Therapieerfolg; beides ist jedoch die Folge einer zielgerichteten und verifizierbaren Labordiagnostik. Ein alter Medizinerspruch lautet: "Vor die Therapie haben die Götter die Diagnose gesetzt, aber jede Diagnose bleibt ein Geschwätz, solang sie nicht therapeutisch weiterhilft."

Dieses möchte ich Ihnen am Beispiel der Therapie von Leber- und Nierenerkrankungen deutlich machen. Die genannten Therapien haben sich bewährt und sind zu einem festen Bestandteil meines Praxisalltags geworden. 

Die Ihnen bekannten Therapievorschläge folgen dem Schema:

Bei Erkrankungen des Leber-Galle-Systems könnte das Schema folgendermaßen angewendet werden:


Natürlich nicht alles auf einmal! So einfach ist es nämlich doch nicht!

Um herauszufinden, ob die eine oder die andere Therapie sinnvoll ist oder das eine oder das andere Mittel das Mittel der Wahl ist, reichen weder einfache Erkenntnis des Hausarztes ("Ihr Leberwert ist zu hoch!" – wahrscheinlich hat er nur den Gamma-GT bestimmt), noch irisdiagnostische und anamnestische Hinweise ("Meine Mutter und meine Oma hatten schon Gallensteine!").

Vielmehr ist labordiagnostisch genau herauszufinden, ob es sich z. B. um eine Gallenwegserkrankung im Sinne einer Cholestase (Gamma-GT, GOT und Alkalische Phosphatase erhöht) oder um eine Belastung im Leberparenchym bis hin zur Zirrhose (GLDH erhöht) oder um Ernährungsfehler handelt (Verbindung zum Fettstoffwechsel: Cholesterin, LDL-Cholesterin, Triglyceride und Gesamt-Lipide erhöht). Im ersten Fall wäre eher apo-Hepat spag., im zweiten eher hepa-loges und im dritten Fall eher Hepagallin N oder Plevent spag. das Mittel der Wahl.

Bei Erkrankungen der Nieren könnte das Schema folgendermaßen angewendet werden:


Auch hier gibt die Labordiagnose genaue Auskunft auf Ihre Fragen; sie ist die Voraussetzung zur Wahl der richtigen Therapie:

Liegt eine echte Niereninsuffizienz vor (Kreatinin erhöht) oder sehe ich die Folge einer protein- bzw. purinüberschüssigen Ernährung (Harnstoff bzw. Harnsäure isoliert erhöht)?

Wie weit ist der Prozess fortgeschritten? Reicht die Empfehlung an den Patienten, die tägliche Flüssigkeitszufuhr zu erhöhen und die Verordnung eines Tees?

Oder steht der Patient kurz vor der Dialyse ("Nierenbluten", Anämie, Amylase erhöht)? Hier empfehle ich, alle Möglichkeiten der biologischen Therapie auszuschöpfen.

Oder sind’s gar nicht die Nieren sondern akute bakterielle Prozesse im Urogenital-Trakt (Entzündungswerte im hämatologischen Status, CRP erhöht)? Hier wäre eine Therapie mit Vitamin C, apo-Infekt spag. und Akutur spag. erforderlich!

Da in über 25 % der interpretierten Stoffwechselprofile Belastungen im Leber-Galle-System und in über 20 % der Fälle Belastungen im Nierenstoffwechsel erkennbar sind, haben wir in sämtlichen Profilen (Ausnahme: Profil 4/Allergieprofil) großen Wert auf ein Screening der häufigsten Leber-, Galle- und Nierenerkrankungen gelegt.

In meiner nächsten Fachinformation werde ich Ihnen meine Erfahrungen in der Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie der dazugehörigen Labordiagnostik darlegen. 

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Manfred Tuppek
Heilpraktiker
Leiter der med. wiss. Abteilung
BIO-LABOR Hemer