Hormonelle und vegetative Erkrankungen - BIO-LABOR Fachinformation 06.2004

Die wichtigsten Bildungsstätten für Hormone sind: Hypothalamus, Hypophyse, Bauchspeicheldrüse, Schilddrüse, Nebenschilddrüse, Nebenniere, Eierstöcke und Hoden. Einerseits sind Hormone schlichte körpereigene Informationsübermittler, welche die verschiedensten Vorgänge im Organismus steuern und das vegetative Nervensystem beeinflussen. Andererseits reagieren sie auf sensitive und psychologische Reize. Häufig gehen Irritationen des Hormonsystems einher mit psychosomatischen Krankheiten.

Viele Krankheiten und Dysfunktionen beruhen auf Fehlleistungen der verschiedenen Hormonsysteme und der komplizierten, störungsanfälligen Rückkopplungssysteme. Dieses Rundschreiben soll lediglich zu den statistisch am häufigsten vorkommenden Regulationsstörungen einige Denkanstöße liefern zur richtigen Recherche (welche Parameter bei welchen Verdachtsmomenten) und zu der aus dem Ergebnis resultierenden therapeutischen Konsequenz. 

Die für die Frau wichtigsten Hormone sind die Geschlechtshormone LH (Luteinisierendes Hormon), FSH (Follikel stimulierendes Hormon) und Östradiol. Sie sind im Profil 7 (Frauenprofil) enthalten. Im Einzelfall kann es notwenig sein, die Hormone Progesteron und Prolaktin mitzubestimmen, bei der Hyperprolaktinämie auch das Homocystein.

Die Diagnosen aus diesem Profil lauten sehr häufig: hormonelle Dysregulation im Sinne einer primären Ovarialinsuffizienz, die Symptome können sein: Zyklusstörungen oder klimakterische Beschwerden.

Je nach Konstellation der Parameter zueinander könnte das Ihnen bekannte Therapieschema folgendermaßen angewendet werden:

Die für den Mann wichtigsten Hormone sind das im Profil 8 (Männerprofil) enthaltene Geschlechtshormon Testosteron und das Nebennierenrindenhormon DHEA-Sulfat.

Häufig gestellte Diagnosen aus diesem Profil sind: Insuffizienz der Nebennierenrinde und Hypertestosteronämie.

Je nach Konstellation der Parameter könnte das Therapieschema folgendermaßen angewendet werden:

Zum Problem beider Geschlechter gehören Erkrankungen der hormonproduzierenden Schilddrüse. Zum groben Screening gehören die in den Profilen 6, 7 und 8 enthaltenen Parameter TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon) und FT4 (Freies Thyroxin). Im Einzelfall kann es notwenig sein, das FT3 (Freies Trijodthyronin) – zusätzlich ab sofort im Profil 2 (Kleiner Immunstatus) enthalten – und das TBG (Thyroxinbindendes Globulin) – zusätzlich ab sofort im Profil 3 (Intensivdiagnostik) enthalten – mitzubestimmen. Zum Ausschluss eines Schilddrüsenkarzinoms ist das Thyreoglobulin, zum Ausschluss einer Thyreoiditis (Basedow) sind die Thyreoidea-Peroxidase-Auto-AK mitzubestimmen. Die am häufigsten gestellten Diagnosen lauten Hyperthyreose oder Hypothyreose.

Das Ihnen bekannte Therapieschema könnte folgendermaßen angewendet werden:

Eine besondere Bedeutung in der Erkennung von psycho-vegetativen Regulationsstörungen kommt den in der Nebennierenrinde gebildeten Hormonen Cortisol und DHEA-S zu. Nach meiner Beobachtung liegt bei Patienten mit endogener Depression sehr häufig ein erhöhter Cortisol- bei gleichzeitig erniedrigtem DHEA-S-Spiegel vor (Cortisol/DHEA-S-Quotient über 0,20). Grundsätzlich erfordert auch hier eine ganzheitliche Betrachtung die Kombination mit einem unserer Stoffwechselprofile. Zwischen den Zeilen finden sich häufig Hinweise auf vegetative und sensitive Belastungen (Sympathikustonus/Vagustonus) oder auf Schwächen im hypophysären Kreislauf. Die Verbindung zwischen Psyche und Soma belegen folgende Sprachbilder und Volksweisheiten: Mir ist eine Laus über die Leber gelaufen; dem geht was an die Nieren; sich ein Loch in den Bauch ärgern; da bleibt einem das Herz stehen.

Neben einer organbezogenen Therapie haben sich folgende Therapien bewährt:

Manfred Tuppek
Heilpraktiker
Leiter der med. wiss. Abteilung
BIO-LABOR Hemer