Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises - BIO-LABOR Fachinformation 04.2005

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

in dieser Fachinformation berichte ich von meinen Erfahrungen in der Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, dem wahrscheinlich häufigsten Krankheitsbild in der HP-Praxis.

Schmerzzustände der Muskulatur, der Gelenke, der Wirbelsäule und der Knochen werden vom Volksmund als Rheuma bezeichnet. In der medizinischen Terminologie und wegen unterschiedlicher biologischer Therapieansätze unterteilen wir jedoch in Muskelrheuma, degenerative und entzündliche Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen.

Es ist nicht der einzelne Laborwert, der eine eindeutige Diagnose ermöglicht, nur die "ganzheitliche Labordiagnostik" mit relevanten Stoffwechselwerten und Entzündungsparametern in Verbindung mit dem Krankheitsbild ermöglicht eine Zuordnung.

So ist das Muskelrheuma in aller Regel ein alimentäres (nach Prof. Dr. Wendt) durch Ernährungsfehler entstandenes Rheuma: ein Überangebot an verbrauchten Brennstoffen im Gewebe und an Speichereiweißen und -fetten an den Gefäßinnenwänden führt zu einer immer stärker werdenden Ver- und Entsorgungsstörung der Gewebe. Beteiligt ist u. a. der gesamte Nieren-, Leber-, Galle- und Fettstoffwechsel.

Labordiagnostik:
Zur differenzialdiagnostischen Abklärung dienen der Mineralstoffwechsel und die Parameter Gesamt-Eiweiß, Harnsäure, Harnstoff, Kreatinin, Alkalische Phosphatase, gamma-GT, GLDH, GOT, GPT, Gesamt-Lipide, Triglyceride, LDL-, HDL- und Gesamt-Cholesterin (enthalten in den Stoffwechselprofilen 5, 2, 3, 7 und 8).

Eine ursachenbezogene "biologische Ganzheitstherapie" aktiviert die reduzierten Stoffwechselfunktionen der Organe mit dem Ziel eines "Entschlackungssoges" aus dem Gewebe.

Therapie am Beispiel "reduzierte Nierenfunktion":
Medikamentöse Therapie mit Renelix spag. und Erhöhung der Flüssigkeitsaufnahme auf mindestens 1,5 bis 2 Liter täglich in Form leicht verwertbarer Getränke wie mineralstoffarme stille Wässer (Natriumgehalt nicht über 20 mg/Liter; z. B. Volvic, Vittel, Evian, Contrex, Levitiertes Wasser) und Tees (z. B. Nephrubin-Tee).

Therapie am Beispiel "reduzierte Leber-Galle-Funktion und arterielle Durchblutungsstörungen":
Medikamentöse Therapie mit Bilisan duo und Plevent spag. sowie Ernährungsumstellung in Richtung einer vitalstoffreichen vegetarischen Vollwertkost.

Verschleiß im Sinne von Abnutzung durch Überbeanspruchung gibt es nur in der toten Materie ("Klempner-Denken"). Beim Lebewesen ist es anders: Intakte Ver- und Entsorgungssysteme regeln und sichern während des Lebens eine ständige Regeneration der Zellen. Zu einer frühzeitigen partiellen Degeneration kommt es nur, wenn diese zellulären Ver- und Entsorgungsmechanismen im und um das Gelenk- und Wirbelsäulengewebe über Jahre reduziert sind.

Bei diesen arthrotischen Krankheitsbildern sind zusätzlich gelenk- und wirbelsäulenbezogene Injektions-therapien sinnvoll. Therapie der Wahl sind örtliche und paravertebrale intracutane Injektionen mit Procain 1% und folgenden Mitteln einmal wöchentlich im Wechsel: Mucokehl D5 (Versorgung), Nigersan D5 (Entsorgung), Notakehl D5 (Entzündung, Regeneration). Diese kann durch subcutane Injektionen ans Gelenk (z. B. mit Zeel comp., Allya-Injektopas und Sanuvis) oder paravertebrale subcutane Injektionen (z. B. mit Paravertebral-Injektion HWS/BWS/LWS) ergänzt werden.

Bei entzündlichen Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen wie der primär-chronischen Polyarthritis und dem Morbus Bechterew handelt es sich um Autoimmunerkrankungen.

Labordiagnostik:
Diagnostische Hinweise zur akuten Entzündungssituation liefern Entzündungsparameter aus dem hämatologischen Status, das C-reaktive Protein und der ASL-Test (enthalten in den meisten Stoffwechselprofilen). Zur differenzialdiagnostischen Abklärung, ob es sich um ein immunologisches Geschehen handelt, sind jedoch folgende Ergänzungen nötig: Immunglobuline (enthalten in den Profilen 2 und 3), Rheumafaktor (RF-Test), Auto-Antikörper gegen nukleäre Antigene (Antinukleäre AK) und bei Verdacht auf reaktive Arthritis und seronegative Spondyloarthritiden HLA-B27 (für Blutuntersuchung Spezialröhrchen anfordern!).

Eine antirheumatische Therapie wie beim Muskelrheuma und den degenerativen Erkrankungen bringt auch den meisten Patienten mit entzündlichen Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen Linderung. Zur Aktivierung der Regression des fehlgesteuerten immunbiologischen Prozesses haben sich jedoch "unspezifische" Reiztherapien bewährt.

Dazu zählen Injektionen mit mittels Ampuwa hämolysiertem Eigenblut und Injektionen mit immunbiologisch wirksamen Bakterien-Präparaten wie Recarcin schwach und Utilin (in aufsteigender Dosierung), beim M. Bechterew auch intracutane Quaddelungen mit Utilin S mittel und Latensin stark (Hinweis an Patienten auf mögliche örtliche Reaktionen nicht vergessen!).

Die Zufuhr tierischer Eiweiße und die Übersäuerung des Gewebes haben einen negativen Einfluss auf immunbiologische Prozesse. So ist es nicht verwunderlich, dass ich die schnellsten Heilerfolge bei den Patienten beobachtet habe, die bereit waren, auf liebgewordene Gewohnheiten zu verzichten und eine tiereiweißfreie und säurearme Ernährung als Hauptteil der Therapie zu akzeptieren.

Auf unserem Herbstseminar am 22. Oktober 2005 werde ich diese Thematik vertiefen.
Eine Einladung ist Ihnen in den letzten Tagen zugegangen.
Das Programm finden Sie auch auf unserer Internetpräsenz www.biolabor-hemer.de.

Mit kollegialen Grüßen
Manfred Tuppek
Leiter der med. wiss. Abteilung
BIO-LABOR Hemer
http://www.heilpraktiker-tuppek.de