Nahrungsmittelunverträglichkeiten - BIO-LABOR Fachinformation 01/2010

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

bei Symptomen des Magen-Darm-Trakts (z. B. Bauchschmerzen, Meteorismus, Obstipation, Diarrhoe), der Haut und des Respirationstrakts (z. B. Urtikaria, Neurodermitis, Asthma bronchiale) werden häufig sehr oberflächlich die Diagnosen Allergie, Intoleranz, Unverträglichkeit oder Intoxikation gestellt.
Bei Beschränkung auf einseitige Diagnoseregime (z. B. Bioresonanz, IgG4-Tests) und ohne eine differenzialdiagnostische Abklärung entstehen zwangsläufig Missverständnisse, zumal eine Heiltherapie keine Allroundtherapie sondern nur eine "die Ursachen beseitigende" Therapie sein kann!
Handelt es sich im Einzelfall um echte IgE-vermittelte allergische oder um pseudoallergische Reaktionen? Über die Bedeutung von spezifischen IgG-Antikörpern gegen Nahrungsmittel wird öffentlich gestritten! Oder handelt es sich um immunologische bzw. enzymatische Defekte der Darmmukosa mit der Folge einer Histamin-, Laktose- oder Fruktose-Intoleranz? Die Tatsache, dass Kinder, die in den ersten sechs Monaten ihres Lebens eine Antibiotikatherapie erhielten, signifikant häufiger Allergien und Asthma entwickelten, lässt auch über die Bedeutung der physiologischen Darmflora nachdenken!

Zur differenzialdiagnostischen Abklärung bietet die Laboranalytik an:
IgE-vermittelte Allergien: Blutanalysen Gesamt-IgE und spezifische IgE-RAST-Tests.
Nahrungsmittelintoleranzen: Blutanalysen Diaminooxidase (DAO), Histamin, IgA; Stuhlanalysen Pilzdiagnostik/Dysbiose, Pilztypisierung, alpha-1-Antitrypsin, sekretorisches IgA, Zöliakie-Diagnostik.
Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Hier scheinen die IgG-Testungen ein probates Mittel zu sein. Auch wenn die Laborwelt sich noch nicht ganz einig ist, ob dieses Verfahren wirklich valide ist, sind die Erfahrungen einiger Anwender sehr positiv, so dass wir uns entschlossen haben, Ihnen nun auch einen adäquaten Test anzubieten.
Leider sind viele der auf dem Markt angebotenen Tests sehr groß, sehr teuer und gemessen am Preis wenig effizient. Wir bieten Ihnen aus diesen Gründen zwei Panels an, die zwischen tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln unterscheiden und eine Vielzahl von Allergenmixen enthalten.

Nahrungsmittelscreening (IgE oder IgG)
Die Panels 3 und 4 enthalten ausschließlich Nahrungsmittelallergene, aufgeteilt in tierische und pflanzliche Nahrungsmittel. Diese Panels können als echte Allergiediagnostik (IgE-Test) oder als Nahrungsmittelunverträglichkeitstest (IgG-Test) durchgeführt werden.

Sie entscheiden: IgE (Allergie) oder IgG (Nahrungsmittelunverträglichkeit)
Echte so genannte IgE-vermittelte Nahrungsmittel-Allergien lösen direkt nach Verzehr der betreffenden Nahrungsmittel Allergien mit unterschiedlichen Symptomen aus.
IgG-vermittelte Unverträglichkeiten dagegen sind Reaktionen gegen Nahrungsmittel, die in der Regel erst Stunden oder Tage nach dem Verzehr allergieähnliche unspezifische Symptome auslösen. Wegen des nicht erkennbaren zeitlichen Zusammenhangs wird eine Diagnose oft erst nach Jahren gestellt. 

Panel 3 (Tierische Lebensmittel) enthält die Testung auf Allergie bzw. Unverträglichkeit gegen Eiklar, Eigelb, Kuh- und Ziegenmilch, Schafskäse, Bäcker-/Bierhefe, Honig und verschiedene Käse-, Fleisch-, Geflügel- und Fischsorten (so genannte Mixe).

Panel 4 (Pflanzliche Lebensmittel) enthält die Testung auf Allergie bzw. Unverträglichkeit gegen Soja-Eiweiß, Guarkernmehl, Vanille und verschiedene Getreide-, Gemüse-, Nuss-, Obst- und Gewürzsorten (Mixe).

Sie können je nach Anamnese und Notwendigkeit pro Auftrag ein oder zwei (in den meisten Fällen sinnvoll!) Panels anfordern.

Sollte einer der Allergen-Mixe positiv sein, können die enthaltenen Einzelallergene von uns (ohne erneute Einsendung von Blut) getestet werden. Da es meistens aber reicht, den Patienten die entsprechende Gruppe von Allergenen mitzuteilen, ist dieses Angebot nur optional. Wichtig: Private Krankenversicherungen erstatten maximal 10 Allergene!

Auf dem BIO-LABOR Frühjahrsseminar am Samstag, dem 06. März 2010, wozu ich Sie herzlich einlade, werde ich auf diese Thematik ausführlich eingehen.

Mit kollegialen Grüßen
Manfred Tuppek
Heilpraktiker
Leiter der med. wiss. Abteilung BIO-LABOR
http://www.heilpraktiker-tuppek.de