Verbesserte Nierenfunktionsdiagnostik - BIO-LABOR Fachinformation 01/2012

Liebe Kollegin, lieber Kollege, 

bei vielen Patienten, insbesondere bei den älteren, ist die Überwachung der Nierenfunktion von großer Bedeutung. Oft reicht jedoch die alleinige Bestimmung des Kreatinin im Serum nicht aus, um verlässliche Ergebnisse zu erhalten, oder die Durchführung einer Kreatinin-Clearance (Kreatin aus 24-Stunden Sammelurin/Serumkreatinin zur Ermittlung der GFR) ist für die Praxis zu aufwendig!
Kreatininwerte werden zudem durch Faktoren wie Muskelmasse, akute Entzündungsreaktionen, Lebererkrankungen, Proteinaufnahme, Lebensalter und bestimmte Medikamente beeinflusst. 
Beispiel: Eine Muskel- und Herzmuskelschwäche im Alter reduziert das Kreatinin und lässt u. U. eine renale Insuffizienz unerkannt.

Eine sensiblere, von den oben genannten Faktoren nicht beeinflussbare und dennoch einfache Methode stellt die Messung des Cystatin C im Serum dar. Cystatin C wird in den Nieren filtriert, rückresorbiert und dann abgebaut. Die Konzentration des gemessenen Wertes im Blut hängt somit ausschließlich von der Nierenfunktionalität bzw. der glomerulären Filtrationsleistung ab.

Aus dem gemessenen Cystatin C lässt sich zudem über eine spezifische Formel die individuelle GFR ermitteln. Der so ermittelte Wert ist zwar nur ein Annäherungswert, lässt aber trotzdem verlässliche Aussagen über die glomeruläre Filtrationsleistung der Nieren zu. Dieser auf dem Cystatin C basierende GFR-Wert (Cystatin C GFR) ist ab sofort Bestandteil unserer Laborbefunde.

Die Ganzheitliche Labordiagnostik (Basisuntersuchung + Cystatin C) enthält dann alle relevanten Nierenwerte, den hämatologischen Status, die Mineralien, Durchblutungswerte, Entzündungsparameter und andere Organwerte. Das Ergebnis des Zusammenspiels der einzelnen Werte beantwortet die diagnostischen Fragen und ist die Voraussetzung zur Wahl der richtigen Therapie: Liegt eine echte Niereninsuffizienz vor? Oder sehe ich die Folge einer Protein- und Purin-überschüssigen Ernährung? Wie weit ist der Prozess fortgeschritten? Reicht die Empfehlung an den Patienten, die Eiweißzufuhr zu reduzieren, die Flüssigkeitszufuhr zu erhöhen und die Verordnung eines Tees? Oder steht der Patient kurz vor der Dialyse? Oder sind’s gar nicht die Nieren sondern akute bakterielle Prozesse im Urogenital-Trakt?

Therapeutische Konsequenz
Die Höhe und die Konstellation der Werte ermöglicht die Entwicklung eines individuellen ganzheitlichen Therapieregimes. Beispiele: Einzelhomöopathika wie Serum anguillae D12 und Solidago D6 oder Komplexmittel wie PHÖNIX Solidago spag. und RELIX spag. Peka, Empfehlungen zu Ess- und Trinkgewohnheiten, Eigenblutinjektionen z. B mit Juv 110 (Phönix), Calculi comp. (Pflüger), Infi-Urtica-Injektion (Infirmarius), Restructa pro injectione S (Heel) und Nigersan D5 (Sanum-Kehlbeck) oder intracutane/subcutane Injektionen paravertebral/segmental.

Mit kollegialen Grüßen
Manfred Tuppek
Leiter der med. wiss. Abteilung BIO-LABOR
http://www.heilpraktiker-tuppek.de