Leistungsverlust durch Herzinfarkt

Der Befund dieser Fachinformation ist beispielhaft dafür, wie wichtig es ist - und rechtlich unumgänglich -, sich nicht blind auf die Aussagen eines vorbehandelnden Mediziners zu verlassen, auch, wenn es wie in diesem Fall ein Arzt war.

Beispiel aus der Praxis Stefan Klewer:    
Patient 51 Jahre, stellt sich mit extremem Leistungsverlust in der Praxis vor. Voruntersuchungen inkl. EKG bei seinem behandelnden Arzt waren o. B.. Vorerkrankungen am Herzen nicht bekannt. Keine weiteren Symptome, die für ein kardiologisches Problem sprechen. 

Aufgrund des extremen Leistungsverlustes und trotz der bereits durchgeführten Untersuchungen beim Arzt, veranlasste Herr Klewer folgende Untersuchung: BIO-LABOR Basisuntersuchung
(Auch in diesem Beispiel beschränken wir uns der Übersichtlichkeit halber auf die für diesen Fall entscheidenden Laborparameter!)

Gesamt-CK 1206,0 U/l < 171,0
CK-MB 118,60 U/l < 24,0
GOT 199,4 U/l < 35,0
LDH 338,0 U/l < 248,0

Beurteilung der entscheidenden Werte:

Eine bis auf einige Tausend erhöhte Gesamt-CK kann lediglich Hinweis auf Belastungen im Muskelstoffwechsel nach sportlicher Betätigung sein. Eine Erhöhung der CK-MB (also des herzmuskelspezifischen Anteils an der Gesamt-CK) deutet jedoch auf eine akute kardiologische Sensation, insbes. wenn die CK-MB-Aktivität mehr als 6 % der Gesamt-CK beträgt (hier: 118,6 : 1206 = 0,10 = 10 %).
In den meisten Fällen ist eine erhöhte GOT Hinweis auf eine intrahepatische Belastung. Sollten die Lebertransaminasen yGT, GPT und GLDH dies jedoch nicht bestätigen, ist eine erhöhte GOT Hinweis auf Belastungen im Muskel- bzw. Myocardstoffwechsel. In Verbindung mit diesen pathologischen Parametern deutet auch die LDH-Erhöhung auf Belastungen im Myocardstoffwechsel. Die höchsten LDH-Aktivitäten findet man in der Skelettmuskulatur (LDH 4 und 5), in der Herzmuskulatur (LDH 1, 2 und 3) und in der Leber (LDH 4 und 5).
Darüber hinaus ist das Gesamtcholesterin (272 mg%) sowie der LDL/HDL-Quotient (3,0) von Bedeutung, zwar nicht für die Therapie des akuten Geschehens, aber für die Entwicklung der Erkrankung und nachfolgende Behandlungen.

Herr Klewer schickte den Patienten mit dem Befund (der aufgrund der Auffälligkeiten natürlich direkt an Herrn Klewer gefaxt wurde ) in das nächstgelegene Krankenhaus. Dort wurde notfallmäßig katheterisiert und eine sog. Koronare-1-Gefäßerkrankung (Chronisch ischämische Gefäßerkrankung mit Arteriosklerose eines Herzkranzgefäßes) festgestellt. Im Rahmen dieser Untersuchung wurde direkt ein 2-fach-Stent gesetzt. 
Der Patient ist übrigens, auch aus Gründen der Nachsorge, weiterhin bei Herrn Klewer in Behandlung. Manchmal kann gerade das Wegschicken eines Patienten das beste Instrument zur Patientenbindung und somit auch zur Patientenfindung sein.  

Fazit:

1. Vertrauen Sie niemals allein auf Voruntersuchungen anderer Mediziner bzw. auf die Aussagen Ihrer Patienten. 

2. Extreme Symptome verlangen schnelles Handeln.

3. Bei Verdacht auf akuten Herzinfarkt oder Schlaganfall bitte direkt die 112 wählen.