Nierenfunktionsdiagnostik - Cystatin C

Bei vielen Patienten, insbesondere bei den älteren, ist die Überwachung der Nierenfunktionalität von großer Bedeutung. Oft reicht jedoch die alleinige Bestimmung des Kreatinin im Serum nicht aus, um verlässliche Ergebnisse zu erhalten, oder die Durchführung einer Kreatinin Clearance (zur Ermittlung der GFR) ist für die Praxis zu aufwändig! Kreatininwerte werden zudem durch Faktoren wie Muskelmasse, akuten Entzündungsreaktionen, Lebererkrankungen, Proteinaufnahme, Lebensalter und bestimmte Medikamente beeinflusst.
Beispiel: Eine Muskel- und Herzmuskelschwäche (Muskelatrophie) im Alter reduziert das Kreatinin und lässt u. U. eine renale Insuffizienz unerkannt. Dagegen führen einige Medikamente zu falsch hohen Werten.

Eine sensiblere, von den oben genannten Faktoren nicht beeinflussbare und dennoch einfache Methode stellt die Messung des Cystatin C dar.

Cystatin C wird in den Nieren filtriert, rückresorbiert und dann abgebaut. Die Konzentration des gemessenen Wertes im Blut hängt somit ausschließlich von der Nierenfunktionalität (glomerulären Filtrationsleistung) ab. Aus dem gemessenen Cystatin C lässt sich zudem über eine spezifische Formel die individuelle GFR ermitteln. Der so ermittelte Wert ist zwar ein Annäherungswert, lässt trotzdem verlässliche Aussagen über die glomeruläre Filtrationsleistung der Nieren zu. Dieser auf dem Cystatin C basierende GFR-Wert ist Bestandteil unserer Laborbefunde.

Die Ganzheitliche Labordiagnostik (BIO-LABOR-Basisuntersuchung + Nierenmodul  mit den Parametern Albumin, Cystatin C und GFR) enthält dann alle relevanten Nierenwerte, den hämatologischen Status, die Mineralien, Durchblutungswerte, Entzündungsparameter und andere Organwerte.

Die Interpretation des Zusammenspiels der einzelnen Werte ist die Voraussetzung zur Wahl der richtigen Therapie: Liegt eine echte Niereninsuffizienz vor, oder sehe ich die Folge einer protein- bzw. purinüberschüssigen Ernährung? Wie weit ist der Prozess fortgeschritten? Reicht die Empfehlung an den Patienten, die tägliche Flüssigkeitszufuhr zu erhöhen und die Verordnung eines Tees? Oder steht der Patient kurz vor der Dialyse? Oder sind’s gar nicht die Nieren sondern akute bakterielle Prozesse im Urogenital-Trakt?

Therapeutische Konsequenz:
Je nach Höhe und Konstellation der einzelnen Werte kann ein ganzheitliches Therapieregime entwickelt werden.
Beispiele:
Homöopathika wie Serum anguillae D12 und Solidago D6 
Komplexmittel wie PHÖNIX Solidago spag. und RELIX spag. Peka
Empfehlungen zu Ess- und Trinkgewohnheiten
Eigenblutinjektionen z. B. mit Calculi comp. (Pflüger), uro-loges, Solidago comp. Heel, Restructa pro injectione S und Nigersan D5 oder paravertebrale intracutane/subcutane Injektionen segmental Nieren.