Schilddrüse: Funktionalität

Nachfolgend die wichtigsten Laborparameter für die Schilddrüsenfunktionalität als Basis einer naturheilkundlichen Therapie! 

Zur Funktionskontrolle der Schilddrüse (Hypo- oder Hyperthyreose) sind das TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon) und die Schilddrüsenhormone FT3 (T3 Trijodthyronin) und FT4 (T4 Thyroxin)zu bestimmen.

FT3 = freies Trijodthyronin
FT4 = freies Thyroxin
Obwohl erheblich mehr Thyroxin (T4 bzw. FT4) als Trijodthyronin (T3 bzw. FT3) in der Schilddrüse produziert wird, kommt dem T3 die größere Bedeutung zu. Es wird als das eigentliche stoffwechselwirksame Schilddrüsenhormon angesehen. T3 wird aber nicht nur in der Schilddrüse produziert, sondern kann bei Bedarf auch von anderen Organen, z. B. der Leber, hergestellt werden. Dieses erfordert eine ganzheitsdiagnostische Betrachtung.

TSH = Thyreoidea stimulierendes Hormon
Es wird von der Hypophyse zur Stimulation der Schilddrüse produziert. Die meisten Menschen mit einer normalen Schilddrüsenfunktion haben Werte kleiner 2,0. Also liegt bei Werten größer 2,0 immer der Verdacht auf eine Reduzierung des Grundumsatzes vor, obwohl FT3 und FT4 vielleicht noch im Normbereich liegen.

Hohe TSH-Werte sind in den meisten Fällen Hinweis auf eine Schilddrüsenunterfunktion (primäre Hypothyreose), niedrige TSH-Werte sind Hinweis auf eine Überfunktion (primäre Hyperthyreose). Es kann jedoch auch umgekehrt sein, deshalb sollte das TSH nie isoliert sondern immer im Zusammenhang mit den Schilddrüsenhormonen FT3 und FT4 bestimmt werden:

Zu hohes TSH als Verursacher einer sekundären Hyperthyreose:
Hier ist die TSH-Freisetzung aufgrund von Störungen im Hypothalamus oder der Hypophyse erhöht (Mögliche Ursachen: Karzinome, Entzündungen und Aufnahme von zu hohen Joddosen), weshalb auch T3 und T4 erhöht sind. Im Gegensatz zur primären Hyperthyreose ist der TSH-Spiegel also nicht reduziert, sondern erhöht.

Zu niedriges TSH als Verursacher einer sekundären Hypothyreose:
Hier ist die TSH-Freisetzung durch eine Hypophysen- oder isolierte thyreotrope Insuffizienz vermindert, weshalb auch T3 und T4 reduziert sind. Im Gegensatz zur primären Hypothyreose ist der TSH-Spiegel also nicht erhöht, sondern reduziert.
Auch die Klassifizierung kompensierte, subklinische oder manifeste Hypo- oder Hyperthyreose ist nur möglich bei gleichzeitiger Messung von TSH, FT3 und FT4.

Werden Patienten bereits mit Schilddrüsenhormonen behandelt, stehen die gemessenen Werte natürlich unter dem Einfluss dieser zugeführten Hormone. Eine Messung unter diesem Aspekt ist sinnvoll, um zu kontrollieren, ob der Patient die richtige Hormondosis bekommt.
Möchte man die tatsächliche Schilddrüsenfunktion testen, ist es notwendig, dass der Patient für einen Zeitraum von mind. zwei Wochen vor der Blutentnahme auf die Hormoneinnahme verzichtet. Zur Entwicklung einer wirksamen biologischen Therapie ist dies meist notwendig.