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Kolorektales Karzinom, Colitis ulcerosa...

Die frühzeitige Diagnose des Dickdarmkrebses bedeutet: Heilungschance fast 100 %. Betroffen sind überwiegend Frauen und Männer zwischen 50 und 70 Jahren. Die Koloskopie ist zwar die sicherste Methode zum Nachweis von Darmkrebs und seinen Vorstufen, ist jedoch nicht ungefährlich, und viele Patienten scheuen den Eingriff.
Der früher übliche „Blut-im-Stuhl-Test“ detektiert nicht sichtbares Blut im Stuhl, welches von Darmtumoren, allerdings auch von Mikroblutungen an Darmpolypen oder von inneren Hämorrhoiden stammen kann. Die geringe Sensitivität und Beeinflussbarkeit durch diverse Nahrungsmittel markieren deutlich die Grenzen des Tests. Wir stellen uns die Frage, ob die Notwendigkeit einer Koloskopie nicht im Vorfeld mit modernen immunologischen und enzymatischen Testsystemen, die dem Test auf okkultes Blut in Stuhl deutlich überlegen sind, abgeklärt werden kann:

Bis jetzt enthält das BIO-LABOR Tumormarker-Profil TM 9  die Parameter Tumor-M2-PK, Hb/Hp-Komplex und Sekretorisches IgA.

Erhöhte Tumor-M2-PK-Werte deuten zwar auf einen Tumor des Gastrointestinaltraktes, bei akuten und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen gilt der Tumor-M2-PK jedoch als Entzündungsmarker. Da das Sekretorische IgA bei Entzündungsprozessen ansteigt, nutzen wir diesen Wert zur Unterscheidung der Ursache eines erhöhten Tumor-M2-PK (Tumor oder Entzündung?).Neuere Studien zeigen jedoch, dass das Sekretorische IgA großen Schwankungen unterworfen ist und trotz entzündlicher Prozesse normwertig oder sogar zu niedrig sein kann. Mögliche Gründe: Immunologische Insuffizienz der Darmmukosa, beschleunigte Darmpassage und Verdünnungseffekte bei Durchfall. Deshalb haben wir uns entschlossen, das Tumormarker-Profil TM 9 zu ändern:

statt des Sekretorischen IgA enthält das TM 9 ab sofort das Calprotectin - also: Tumor-M2-PK + Hb/Hp-Komplex + Calprotectin.

Versandmaterial (wie bisher): ein Stuhlröhrchen mit braunem Deckel (STB) + ein Stuhl-Testkit Hb/Hp-Komplex (TKH)
Wenn Sie gleichzeitig eine Pilzdiagnostik/Dysbiose in Auftrag geben, benötigen wir zusätzlich ein Stuhlröhrchen mit rotem Deckel (STR; enthält eine Pufferlösung zur Stabilisierung der Bakterien und ggf. Pilze) 

Erläuterung der einzelnen Parameter im TM 9

Tumor-M2-PK
Beim Darmkrebs finden sich im menschlichen Stuhl Zellen, welche die dimere Form der Pyruvat-Kinase (= M2-PK, ein Enzym) enthalten. Da auch Polypen, akute und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn die Pyruvat-Kinase erhöhen, handelt es sich jedoch nicht um einen reinen Tumormarker.

Hb/Hp-Komplex (Hämoglobin und Hämoglobin/Haptoglobin-Komplex)
Durch die Verwendung von mono- und polyklonalen Antikörpern weist dieser Doppeltest ausschließlich humanes Hämoglobin und den humanen Hämoglobin/Haptoglobin-Komplex nach. Das humane Hämoglobin wird in 100-fach niedrigerer Konzentration als bei biochemischen Methoden erkannt. Der Komplex ist relativ stabil gegenüber Säuren und proteolytischem Abbau, sodass er auch nach längeren Darmpassagen nachweisbar ist und auch höher gelegene Polypen oder Karzinome erfasst. Bei positivem Hb/Hp-Komplex besteht ein Verdacht auf kolorektales Karzinom. Aber auch hier handelt es sich nicht um einen reinen Tumornachweis. Positive Ergebnisse können ebenso Hinweis sein auf Adenome und Polypen des Kolorektums. Des Weiteren können positive Ergebnisse die Folge des Verzehrs von rohem Fleisch, Peroxidase-haltigem Gemüse (z. B. Blumenkohl, Rettich), Mikroblutungen im oberen Gastrointestinaltrakt, der Einnahme von ASS oder anderen NSAR sowie von Blutungen anderer Ursache im Gastrointestinaltrakt (Parodontitis, Hämorrhoiden) sein.

Calprotectin
empfiehlt sich bei Verdacht auf chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. Es ist ein Protein, das bei diesen Erkrankungen vermehrt durch die Darmwand ausgeschieden wird. Normalwerte finden sich bei Gesunden und bei Menschen mit funktionellen Darmproblemen wie dem Reizdarmsyndrom, mäßig erhöhte Werte sind bei Tumoren sowie Infekten nachweisbar, stark erhöhte Werte dagegen bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Calprotectin dient daher bei chronischen Darmbeschwerden zur Unterscheidung einer entzündlichen, tumorösen von einer funktionellen Ursache. Es eignet sich als Frühmarker und Aktivitätsmarker bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen als Therapiemonitoring.

Möglichkeiten weiterer Abklärung bei Verdacht auf kolorektales Karzinom
Blutanalyse: BIO-LABOR Basisuntersuchung + Tumormarker-Profil TM 1: Magen, Darm (enthält CEA, CA 19-9 und CA 72-4).
Klinik: Gastroenterologische Stufendiagnostik inklusive Koloskopie.

Ein weiterer Aktivitätsmarker der Stuhlanalytik ist das

Beta-Defensin bei Verdacht auf Schwäche des darmassoziierten Immunsystems, Leaky-Gut-Syndrom und Morbus Crohn
Die Defensine als Bestandteil des angeborenen Immunsystems besitzen ein breites antimikrobielles Wirkungsspektrum gegenüber Protozoen (Lamblien), Pilze (Candida), Viren (Herpes) und Bakterien (E. coli, Salmonellen, Chlamydien u. a.). Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, besonders bei Morbus Crohn, könnte eine mangelnde Expression von Defensinen ursächlich für die Pathogenese dieser Erkrankung sein. In der intestinalen Mucosa von M. Crohn-Patienten beobachtet man häufig eine große Keimbelastung potentiell pathogener Erreger in den entzündlich veränderten Schleimhautarealen, die mit einem Mangel oder Fehlen bestimmter Beta-Defensine einhergehen. Dies hat zur Folge, dass die Barrierefunktion der Schleimhäute geschwächt und der Invasion von Keimen Tür und Tor geöffnet ist. M. Crohn wäre demnach ein Defensin-Mangelsyndrom. Bei Colitis ulcerosa konnte bisher kein Defensinmangel nachgewiesen werden. Erniedrigte Beta-Defensin-Werte weisen somit auf eine Permeabilitätsstörung (Leaky-Gut-Syndrom, M. Crohn) hin, erhöhte Werte dagegen auf lokale Entzündungen der Darmmukosa.

Bei der CED ist demnach die Konstellation erhöhtes Calprotectin und erhöhtes Beta-Defensin eher Hinweis auf Colitis ulcerosa, erhöhtes Calprotectin, jedoch vermindertes Beta-Defensin Hinweis auf Morbus Crohn.